Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Kapuziner­kresse (Tropaeolum majus)

Die Kapuzinerkresse ist ein bunter Farbtupfer im Garten – und durch ihre essbaren Blüten auch auf dem Teller. Als Arzneipflanze wird sie unter anderem gegen Blasenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis eingesetzt.

Kapuziner­kresse (Tropaeolum majus)

Die Kapuzinerkresse ist ein bunter Farbtupfer im Garten – und durch ihre essbaren Blüten auch auf dem Teller. Als Arzneipflanze wird sie unter anderem gegen Blasenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis eingesetzt.

Als Zierpflanze sieht man in Gärten vielerorts die orangefarbenen, roten oder gelben Blüten der Kapuzinerkresse leuchten. Die Blüten werden manchmal als dekorative Zugabe zu Speisen verwendet. Auch Blätter und Samen sind essbar. Doch die hübsche Pflanze kann noch mehr: Sie enthält Senföle, deren Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze wissenschaftlich belegt ist. Erfahren Sie hier mehr über die Herkunft, das Aussehen und die Heilwirkung der Kapuzinerkresse.

Ursprünglich stammen alle 90 bekannten Arten der Kapuzinerkresse aus Mittel- und Südamerika. Sie bilden eine ganz eigene Pflanzenfamilie, die Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaceae). Erst im späten 17. Jahrhundert gelangten die Pflanzen nach Europa. Heute findet man sie als Zierpflanze hierzulande häufig in Bauern- und Kräutergärten. Beliebt ist sie nicht nur wegen ihres Aussehens, sie ist auch zum Verzehr geeignet. Blüten werden als essbare Dekoration genutzt. Junge Blätter dienen als pfeffrig-würzige Zugaben zu Salat. Die Knospen und unreifen Samen können eingelegt und dann wie Kapern verwendet werden.

Der Name „Kresse“ beruht auf dem althochdeutschen Wort „cresso“, das „scharf“ bedeutet. Das weist auf den leicht pfeffrigen, scharfen Geschmack der Blätter und Blüten hin, der durch die enthaltenen Senföle entsteht. Der Namensteil „Kapuziner“ bezieht sich auf die Form der Blüte. Von der Seite betrachtet ähnelt sie der Kopfbedeckung von Kapuzinermönchen.

Der bekannteste Vertreter der Kapuzinerkressegewächse ist die Grosse Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus). Sie wird heute auch kommerziell als Heilpflanze angebaut.

Die Grosse Kapuzinerkresse bildet Ranken und kann damit an Zäunen, Bäumen, Rankhilfen oder Gittern emporwachsen. Dabei erreicht sie Höhen bis zu drei Metern. Auffällig sind ihre fast kreisrunden Blätter mit dem mittig sitzenden Stiel. Bei Regen fällt auf, dass die Tropfen von der Blattoberfläche abperlen. Dieser Effekt wird Lotus-Effekt genannt, da man ihn auch bei Lotusblumen findet. Die Pflanze blüht meist von Juni bis Oktober, bis zum ersten Frost. Die Farbe der Blüten reicht von gelb über orange bis rot. Hierzulande wächst die Pflanze einjährig, da sie nicht winterhart ist.

Als die Kapuzinerkresse ab dem 18. Jahrhundert in Europa stetig bekannter wurde, nutzte man sie zunächst vor allem als Zierpflanze. Wegen ihres hohen Gehaltes an Vitamin C wurde sie bald auch gegen Skorbut, eine Vitamin-C-Mangelerkrankung, eingesetzt. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle und verschiedene antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe, zum Beispiel Carotinoide.

Inzwischen weiss man jedoch, dass das grösste medizinische Potenzial der Kapuzinerkresse in den enthaltenen Senfölen liegt. Diese chemisch als Isothiocyanate bezeichneten Inhaltsstoffe hemmen die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen. Diese Wirkung konnte in zahlreichen Untersuchungen und Studien klar belegt werden.

Antibiotika können zu Resistenzen führen und die Darmflora schädigen. Wirksame, aber nebenwirkungsarme pflanzliche Alternativen wie die Kapuzinerkresse können den Einsatz von Antibiotika vermindern. Deshalb wurde die Kapuzinerkresse 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Auf Grund der hemmenden Wirkung auf Bakterien kann Kapuzinerkressekraut bei Infekten in manchen Fällen ein Antibiotikum ersetzen. Im Gegensatz zu Antibiotika ist die Pflanze jedoch auch gegen Viren wirksam. Typische virale Erkrankungen sind zum Beispiel Erkältungen. Ideal ist ein Einsatz als Kombinationspräparat mit Meerrettich.

Kombination mit Meerrettich

Die Grosse Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und der Meerrettich ergänzen sich besonders gut. Eine Kombination beider Pflanzen zeigte in Studien in mehreren Anwendungsgebieten einen vergleichbaren Therapieerfolg wie ein Antibiotikum. Darum enthalten Präparate wie angocin® beide Arzneipflanzen in einer ideal aufeinander abgestimmten Dosierung.

Anwendungsgebiete

Die Kapuzinerkresse wirkt antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend und kann auch das Wachstum von Pilzen hemmen. Darum wird sie innerlich unter anderem bei diesen Indikationen eingesetzt:

  • Blasenentzündung (Zystitis): Kapuzinerkressekraut kann bei Infektionen der ableitenden Harnwege helfen. Es wird seit 2017 auch in der medizinischen Leitlinie zur Therapie unkomplizierter Harnwegsinfekte zur Behandlung und Vorbeugung einer Blasenentzündung empfohlen.
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Eine Nebenhöhlenentzündung ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch mit Komplikationen einhergehen. Pflanzliche Mittel wie Kapuzinerkresse und Meerrettich können die bakterielle Ursache bekämpfen.
  • Bronchitis: Auch bei einer Bronchitis kann Kapuzinerkressekraut eingesetzt werden.

 

Beachten Sie bitte: Auch pflanzliche Arzneimittel können Wechselwirkungen und Nebenwirkungen haben. Achten Sie auf die Packungsbeilage und wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Arzt oder Apotheker.

Moderne Pflanzenheilkunde

Die moderne Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) vereint Jahrhunderte altes Wissen mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Details

Zeller Produkte

Entdecken Sie unsere freiverkäuflichen Produkte.