Depressionen erkennen und behandeln
Depressionen erkennen und behandeln Depressionen erkennen und behandeln

Depressionen erkennen und behandeln

Eine Depression ist eine schwere Erkrankung und bessert sich nur selten von alleine. Mit der richtigen Therapie lässt sie sich jedoch oft überwinden.

Depressionen erkennen und behandeln

Eine Depression ist eine schwere Erkrankung und bessert sich nur selten von alleine. Mit der richtigen Therapie lässt sie sich jedoch oft überwinden.

Depressionen haben nichts mit vorübergehenden psychischen Verstimmungen zu tun. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine schwere Erkrankung – die in vielen Fällen heilbar ist. Bei Verdacht auf eine Depression sollte daher immer ein Arzt oder Psychologe hinzugezogen werden.

Depressionen: sind medizinisch definierte Erkrankungen, die zu den psychischen Störungen gehören.

Ursachen: Eine Depression kann ganz unterschiedliche Ursachen haben wie Stress, der Verlust einer geliebten Person oder Einsamkeit. Sie kann aber auch durch hormonelle Schwankungen ausgelöst werden.

Symptome: So individuell wie die Person kann auch die Depression sein. Daher können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Als Hauptsymptome gelten gedrückte Stimmung, Müdigkeit, fehlender Antrieb und/oder Freudlosigkeit.

Therapie: Eine Depression ist heilbar. Dafür gibt es verschiedene Therapieansätze, wie etwa eine Psychotherapie und/oder auch eine medikamentöse Behandlung. Wichtig ist, dass zur Behandlung eine Ärztin/Arzt oder ein Psychologe/in beigezogen wird.

Depressionen gehören zu den psychischen Störungen und sind medizinisch definierte Erkrankungen. Eine depressive Episode dauert in der Regel sechs bis acht Monate. Ohne Behandlung treten immer wieder depressive Phasen auf. Manchmal entwickelt sich daraus auch eine chronisch depressive Erkrankung, die mit dauerhafter Verstimmung einhergeht.

Ein Sonderfall ist die bipolare Störung (oder bipolare affektive Störung, BAS). Dabei pendeln Betroffene zwischen depressiven Phasen und Phasen mit übersteigertem Antrieb und Aktivitätslevel. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Person in Ihrem Bekanntenkreis oder Sie selbst an einer Depression leiden, dann sollten Sie im Zweifelsfall immer einen Arzt, eine Ärztin oder eine Psychologin, einen Psychologen um Rat bitten.

Für eine Diagnose befragt der Arzt oder Psychologe den Betroffenen zu verschiedenen Symptomen. Dabei wird zwischen drei Haupt- und sieben Zusatzsymptomen unterschieden. Je nach Anzahl und Auftreten der Symptome, stellt der Arzt die Diagnose und stuft die Depression folgendermassen ein:

  • Leichte Depression
  • Mittelschwere Depression
  • Schwere Depression

Folgende Haupt- und Zusatzsymptome können typischerweise bei Depressionen auftreten:

Hauptsymptome

  1. Depressive Verstimmung: Traurigkeit, gedrückte Stimmung, Gefühl der inneren Leere oder das Fehlen jeglicher Gefühle.
  2. Freudlosigkeit: Betroffene erfreuen sich nicht mehr an Dingen, die ihnen vorher Spass gemacht haben. Das Lachen fällt oft schwer. Zum Teil werden Hobbys aufgegeben, Freunde und Partner vernachlässigt und die Sexualität leidet.
  3. Müdigkeit und fehlender Antrieb: Selbst einfache Aufgaben fallen schwer. Ja nach Schweregrad der Depression sind berufliches Leben, Alltag, Haushalt, Körperpflege oder die Versorgung von Kindern kaum noch (oder gar nicht mehr) zu bewältigen.

Zusatzsymptome

  1. Probleme mit Konzentration oder Aufmerksamkeit
  2. Verringertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  3. Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit
  4. Hoffnungslose oder überängstliche Sicht auf die Zukunft
  5. Suizidgedanken / Suizidversuch
  6. Schlafstörungen
  7. Appetitlosigkeit

Bitte beachten Sie: Jeder Mensch reagiert anders. Auch Aggressivität und Reizbarkeit oder körperliche Symptome wie Magenprobleme, Darmprobleme oder Kopfschmerzen können vorkommen. Die Lebensqualität leidet – und zwar auch die von Freunden, Partner und Familie. Es können Suizidgedanken auftreten. Darum sind eine frühe Diagnose und eine umfassende Therapie einer Depression sehr wichtig.

Das Wichtigste zuerst: Eine Depression lässt sich behandeln, sollte aber niemals unterschätzt werden. Eine Therapie ist daher äusserst wichtig. Es gibt viele Personen und Stellen, die hier weiterhelfen: Bitten Sie Freunde und Familie um Hilfe. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder psychologische Beratungsstellen. Im Notfall können Sie jederzeit das regionale Kriseninterventionszentrum um Hilfe anfragen.

Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann von einem Facharzt oder Psychologen durchgeführt werden. Die Therapieansätze werden genau auf den Patienten abgestimmt.

Pflanzliche Präparate: Verschiedene Heilpflanzen können die Therapie von Depressionen unterstützen und depressive Symptome lindern. Dazu gehört in erster Linie auch das Johanniskraut. Johanniskraut-Präparate wie remotiv® wirken gegen Ängste, depressive Verstimmungen und innere Anspannung. Dabei gilt es jedoch den Inhaltsstoff Hyperforin zu beachten, dieser kann sich negativ auf andere Medikamente auswirken. Das Johanniskraut-Präparat von remotiv® enthält den speziellen Extrakt Ze 117, der einen geringen Hyperforin-Gehalt von unter 0,2 Prozent aufweist. Dieser Extrakt zeigt die gleiche antidepressive Wirkung wie synthetische Antidepressive, hat aber nachweislich weniger Interaktionen mit anderen Arzneimitteln.

Chemische Präparate (Antidepressiva): Verschiedene Antidepressiva können die Stimmung aufhellen, Ängste lösen und wieder Antrieb geben. Auch andere Medikamentengruppen können zum Einsatz kommen. Näheres dazu sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Bei der Entstehung einer Depression kommen in der Regel mehrere Faktoren zusammen. So kann etwa auch die Veranlagung eine Rolle spielen. Hier eine Übersicht von Einflüssen, die eine Depression begünstigen können:

Äussere Auslöser: Meist sind das Dinge, die den Betroffenen psychisch stark fordern oder belasten. Das können schwere Erkrankungen und Schmerzen sein, der Verlust eines geliebten Menschen, Dauerstress im Privatleben oder Beruf, Einsamkeit, traumatische Erlebnisse oder schwere Schicksalsschläge. Eine zunehmende Ursache ist die Stressbelastung am Arbeitsplatz.

Saisonale Auslöser: Einige Menschen reagieren auf das fehlende Tageslicht in der dunklen Jahreszeit mit sogenannten saisonalen Depressionen, auch Winterdepression genannt.

Hormonelle Schwankungen: Können bei manchen Frauen in den Wechseljahren, in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt (postnatale Depression) eine Depression auslösen. Doch auch bei Männern können hormonelle Veränderung eine Depression begünstigen.

Krankheiten: Auch Schilddrüsenerkrankungen, chronische Infekte und Vitamin-B12-Mangel können psychische Störungen begünstigen.

Medikamente: Verschiedene Medikamente können als Nebenwirkung Depressionen verursachen. Dazu gehören bestimmte Arzneimittel gegen Hepatitis, Akne (Wirkstoff Isotretinoin), Malaria, aber auch Mittel wie Antibiotika, Migränemittel oder die Antibabypille. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt, wenn Sie solche Nebenwirkungen vermuten.

Darm: Neue Studien zeigen, dass der Darm ebenfalls einen Einfluss haben könnte. Die Bakterien der Darmflora bilden Signalstoffe und aktiveren dadurch das vegetative Nervensystem, das alle Organe reguliert. Bei Depressiven scheinen bestimmte Darmbakterien häufiger, andere weniger häufig aufzutreten, als bei gesunden Menschen.

Depressive Menschen fallen oft nicht auf, da sie nach aussen hin noch „funktionieren“ oder sich zurückziehen. Wenn Sie sich in Ihrem Umfeld umschauen, können Sie aber davon ausgehen, dass um Sie herum im Moment etwa jede fünfzehnte Person betroffen ist. Darunter doppelt so viele Frauen wie Männer. Selbst bei Kindern und Jugendlichen werden depressive Erkrankungen seit einigen Jahren immer häufiger, was möglicherweise mit der Nutzung neuer Medien zusammenhängen könnte.

Selbsthilfe ist bei depressiven Erkrankungen möglich, sollte aber niemals ohne vorherigen Arztbesuch durchgeführt werden. Stimmt der Arzt oder Psychologe zu, dann können folgende Tipps die Genesung unterstützen:

Entspannungstechniken: Mit Entspannungstechniken lernen Sie sich ganz bewusst psychisch und körperlich zu entspannen. Besonders bewährt haben sich autogenes Training und die progressive Muskelentspannung. 

Sport und Bewegung: Zahlreiche Studien belegen, dass sich Bewegung bei depressiven Erkrankungen in jedem Fall positiv auswirkt. Werden Sie aktiv, am besten an der frischen Luft und bei Tageslicht. Das Licht macht wacher, hebt die Stimmung und fördert einen guten nächtlichen Schlaf.

Ernährung: Ernähren Sie sich mit leichter, ausgewogener und frischer Kost. Positiv sollen sich Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren auswirken. Alkohol sowie übermässig viel Zucker, Fett und Weissmehl sollten gemieden werden.

Schlafhygiene: Schlafen Sie schlecht ein? Dann helfen neben oben genannten pflanzlichen Hilfen auch Tipps zur sogenannten Schlafhygiene. Hier können Sie mehr dazu nachlesen: Schlafstörungen. Aber auch zu viel Schlaf kann sich negativ auswirken. Wenn es machbar ist, sollte der Mittagsschlaf besser ausfallen, damit Sie nachts besser schlafen können. 

Selbsthilfegruppen: Depressive Menschen können sich in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen austauschen. Dort bekommt man wertvolle Tipps, Adressen von Ansprechpartnern, Antworten auf alle Fragen und seelische Unterstützung von Gleichgesinnten. Wer keine Selbsthilfegruppe in der Nähe hat, kann sich auch online nach Gruppen auf Facebook oder in Internetforen umsehen.

Gespräche mit Familie und Freunden: Für Menschen, die nicht depressiv sind, ist eine psychische Krankheit oft schwer nachzuvollziehen. Es kann helfen, mit der Familie und guten Freunden ganz offen darüber zu sprechen. Sozialkontakte fallen Depressiven oft schwer, wirken sich aber äusserst positiv aus und können Halt geben.

 

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