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Moderne Pflanzenheilkunde

Die Anwendung von Heilpflanzen gehört zu den ältesten bekannten Therapieformen zur Erhaltung der Gesundheit. Heute ist sie aktueller denn je.

Die moderne Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) vereint Jahrhunderte altes Wissen mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Moderne Pflanzenheilkunde

Die Anwendung von Heilpflanzen gehört zu den ältesten bekannten Therapieformen zur Erhaltung der Gesundheit. Heute ist sie aktueller denn je.

Die moderne Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) vereint Jahrhunderte altes Wissen mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Pflanzenheilkunde wird auch Phytotherapie genannt. Von der traditionellen Pflanzenheilkunde spricht man dann, wenn überliefertes Wissen über Heilpflanzen und deren Wirkung gemeint ist. Vor der Entwicklung chemischer Arzneimittel waren Pflanzen die hauptsächliche Quelle wirksamer Medizin.

Die Anfänge der Pflanzenheilkunde reichen zurück bis zur Urgeschichte der Menschheit. Nahezu alle bekannten Kulturen und Völker setzten Pflanzen zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten ein.

Eine Vertreterin der traditionellen Phytotherapie ist Hildegard von Bingen. Sie hielt um 1150 ihre Beobachtungen und Erfahrungen über Krankheiten und Heilmethoden schriftlich fest.

Auch in der gegenwärtigen Zeit werden traditionelle pflanzliche Arzneimittel wie Arzneitees aufgrund langjähriger positiver Erfahrungen eingesetzt. Mittlerweile hat sich jedoch die Forschung im Bereich der Heilpflanzen enorm entwickelt.

Pflanzliche Arzneimittel im modernen Sinne, sogenannte evidenzbasierte Phytopharmaka, sind analog zu den chemisch-synthetischen Arzneimitteln durch viele klinische und toxikologische Studien in ihrer Wirksamkeit und Unbedenklichkeit belegt.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde basiert auf Erfahrungen und Beobachtungen. Die moderne evidenzbasierte Phytotherapie nutzt diese jahrhundertealten empirischen Erkenntnisse, bewertet diese und entwickelt sie mit neuen medizinischen Methoden weiter.

Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit

Pflanzliche Medikamente zeigen oft eine gute Wirksamkeit und vergleichsweise wenig Nebenwirkungen. Dass das so ist, muss jedoch vor dem Verkauf von Phytopharmaka sichergestellt werden. Das ist wichtig für die Sicherheit, da auch Pflanzeninhaltsstoffe Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben können. Immerhin stammen einige der stärksten Gifte und der potentesten Wirkstoffe aus pflanzlichen Quellen. Ein Beispiel dafür sind die Digitalis-Glykoside aus dem Fingerhut. Sie sind giftig, stellen in einer geringen Dosis jedoch hochwirksame Medikamente zur Therapie von Herzerkrankungen dar.

Für evidenzbasierte Phytopharmaka gelten höchste Ansprüche. Von der gezielten Auslese des für die Herstellung benötigen Pflanzenmaterials bis hin zum fertig zugelassenen Arzneimittel werden alle Schritte streng geprüft und kontrolliert. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wird in Studien untersucht. Zusätzlich müssen oft noch viele weitere Fragen geklärt werden, unter anderem:

  • Welche Pflanzenteile werden verwendet?
  • Woher stammen die Pflanzen?
  • Welche Zubereitungsform (zum Beispiel Filmtabletten, Tropfen oder Kapseln) und welche Dosierung ist ideal?
  • Wie werden die verwendeten Pflanzenextrakte standardisiert?

Standardisierte Extrakte: Warum ist das so wichtig?

Pflanzen bilden die meisten ihrer Inhaltsstoffe erst im Laufe ihres Wachstums und in Abhängigkeit von äusseren Einflüssen. Darum spielen beim Wirkstoffgehalt viele Faktoren eine Rolle: Die genaue Pflanzenart (oder Kultursorte), Erntezeitpunkt, Standort, Sonne, Wasser, Bodenbeschaffenheit, Dünger und sogar Nachbarpflanzen können die Zusammensetzung beeinflussen. Im Gegensatz zur traditionellen Anwendung, zum Beispiel als Tee, werden für die medizinische Anwendung deshalb häufig standardisierte Extrakte verwendet.

Der Extrakt wird auf einige wenige Substanzen eingestellt (standardisiert), unerwünschte Stoffe werden entfernt. Das stellt die gleichbleibende Zusammensetzung des Arzneimittels sicher und ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal der modernen Phytotherapie. Extrakte unterschiedlicher Hersteller sind daher nur sehr schwer miteinander vergleichbar.

Typische Beispiele rationaler Phytopharmaka:

Brücke zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin

Heute schlagen die modernen pflanzlichen Arzneimittel die Brücke zwischen traditionell angewandten Heilmethoden und der Schulmedizin. Im Gegensatz zu manchen alternativmedizinischen Methoden sind Phytopharmaka nachweislich wirksam. Sie basieren jedoch auf uralten Erkenntnissen und nutzen die seit Jahrhunderten bewährte Kraft der Natur. Ziel der modernen Phytotherapie ist es, genau definierte, immer gleiche (und gleich wirksame) sowie sichere Arzneimittel herzustellen, mit denen man die bewährte Heilpflanzenwirkung standardisiert nutzen kann.

Von der Pflanze bis zum Arzneimittel

Welche Schritte sind notwendig, um aus einer Heilpflanze ein fertiges Arzneimittel herzustellen?

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