Verdauungsbeschwerden

Die Ursachen für Verstopfung können sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen liegen keine organischen oder krankheitsbedingten Ursachen vor.
   

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Die Verdauung

Die Nahrung passiert von der Aufnahme bis zur Ausscheidung einen langen Weg durch

unseren Verdauungstrakt. Dieser enthält eine glatte Muskulatur, welche durch rhythmisches Zusammenziehen der Muskeln (Peristaltik) den Nahrungsbrei befördert. Die Bewegungen der Darmmuskulatur haben einen entscheidenden Einfluss auf die Regelmässigkeit des Stuhlgangs.

Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Durch gründliches Kauen und durch den Speichel wird der erste Schritt der Verdauung eingeleitet. Anschliessend wandern die Nahrungsmittel über die Speiseröhre in den Magen, wo sie weiter zerlegt werden. Der Magen gibt seinen Inhalt portionenweise an den Dünndarm ab. Vor allem in den oberen Abschnitten des Dünndarms werden Kohlenhydrate, Eiweisse, Fette und Mineralstoffe in den Körper aufgenommen und gelangen ins Blut.

Die Aufnahme der Nährstoffe in den Körper und ins Blut wird Resorption genannt. Die übrigen unverdaulichen Bestandteile, beispielsweise Ballaststoffe, münden mit Verdauungssäften aus Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Galle vermischt in den Dickdarm, wo sie durch Bakterien zersetzt und durch Wasserentzug eingedickt werden. Am Schluss erfolgt die Ausscheidung des Stuhls über den Enddarm.

Verdauungsprobleme, Verstopfung

Darmträgheit und Verstopfung gehören zu den verbreitetsten Verdauungsproblemen der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen. Etwa 15% der Erwachsenen klagen über Beschwerden beim Stuhlgang, häufig begleitet von unangenehmen Symptomen wie Völlegefühl oder Blähungen. Die Beschwerden nehmen häufig im Alter noch zu. Frauen sind etwa zwei- bis dreimal so oft von einer unregelmässigen Verdauung betroffen. Es wird angenommen, dass der weibliche Hormonhaushalt während der Menstruation, in den Wechseljahren und insbesondere in der Schwangerschaft einen massgeblichen Einfluss auf die Darmtätigkeit hat.

Eine weit verbreitete Annahme ist, dass nur der Mensch eine gute Verdauung hat, der täglich Stuhlgang hat – das ist jedoch falsch. Zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich gilt alles als normal.

Ein Stuhlgang zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich gilt alles als normal.

Von einer Verstopfung (medizinisch: Obstipation) spricht man, wenn der Stuhlgang seltener als dreimal in der Woche erfolgt oder der Gang zur Toilette mit erheblichen Beschwerden verbunden ist, wie z.B. Schmerzen beim Pressen oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Die Verstopfung kann mit Begleiterscheinungen wie Blähungen, Völlegefühl, krampfartigen Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit einhergehen.

Ursachen für Verdauungsbeschwerden und Verstopfung

Die Ursachen für Verstopfung können sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen liegen keine organischen oder krankheitsbedingten Ursachen vor.  Vielmehr sind die Lebensgewohnheiten in unserer modernen Gesellschaft für die Probleme verantwortlich. Dazu gehören vor allem eine ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung sowie Stress und Hektik im Alltag.  Auch die fremde Kost und die ungewohnte Umgebung auf Reisen sowie das Zurückhalten des Stuhls, Nebenwirkungen von Medikamenten oder spezielle Lebensumstände wie z.B. Schwangerschaft können Ursachen  für Verdauungsbeschwerden und Verstopfung sein.

Was kann man gegen Verstopfung und Verdauungsbeschwerden tun

In erster Linie sollten Betroffene versuchen, die Ursachen für ihre Verdauungsbeschwerden zu ergründen und diese wenn möglich zu beseitigen. Generell kann sich eine gesunde Lebensführung mit der richtigen Ernährung, genügend Bewegung und einer ausgewogenen Balance zwischen Arbeit und Freizeit positiv auf das Darmwohlbefinden und somit auf die Verdauung auswirken.Doch nicht immer tragen Massnahmen wie eine Ernährungsumstellung, aktive Entspannung und regelmässige Bewegung zur Lösung des Problems bei. Tritt die gewünschte Wirkung nicht oder nicht schnell genug ein, kann ein gut verträgliches Abführmittel helfen, die Verdauung wieder zu normalisieren.

Pflanzliche Arzneimittel gegen Verstopfung

Feigenfrüchte sind schon seit langem bekannt zur schonenden Unterstützung der Verdauung. Die natürlichen Schleimstoffe, der Fruchtzucker und die Fruchtsäure der Feigenfrüchte erzeugen einen weichen und gleitfähigen Stuhl.Sennesfrüchte gehören zu den ältesten und am besten untersuchten Abführmitteln. Sennesfrüchte helfen schnell und zuverlässig bei akuter Verstopfung und wurden von Gastroenterologen als sehr sicher und gut verträglich eingestuft. Sennesfrüchte regen einerseits die Darmbewegung an und steigern andererseits den Wasseranteil im Dickdarm. Dadurch erhöht sich die Füllmenge und es kommt zu einer beschleunigten Darmpassage.Pestwurz hat krampflösende Eigenschaften und wird aus diesem Grund  bei krampfartigen Magen- Darmbeschwerden angewendet.Füll- und Quellstoffe wie Leinsamen,  und Flohsamen  eignen sich bei leichteren Verstopfungen. Flohsamen werden nebst Verstopfung auch bei Reizdarm eingesetzt. Füll- und Quellstoffe machen den Stuhl weich und geschmeidig.Das Füllvolumen nimmt zu, wodurch die Darmtätigkeit (Peristaltik) angeregt wird.

Chemische Arzneimittel gegen Verstopfung

Es gibt eine Vielzahl von chemischen Laxantien (Abführmitteln). Neben den pflanzlichen hydragogen Laxantien gibt es die synthetischen hydragogen Laxantien sowie die osmotisch wirkenden Laxantien, die Stuhl aufweichenden Mittel und die prokinetischen Substanzen.Hydragoge Laxantien (z.B. Bisacodyl und Natriumpicosulfat) halten Wasser im Darm zurück und fördern den Wassereinstrom in das Darmlumen. Zudem wird die Darmbewegung (Peristaltik) angeregt. Durch das zurückgehaltene Wasser wird der Stuhl weich und geschmeidig, wodurch die Ausscheidung erleichtert wird.Osmotische Abführmittel (z.B. Lactulose und Polyethylenglykole) halten Wasser im Darm zurück. Dies wiederum bewirkt, dass der Stuhl weich und gleitfähig wird.Stuhlaufweichende Mittel wie Paraffinöl wirken durch die Vermengung mit dem Stuhl als Gleitmittel (stuhlaufweichend).Prokinetische Substanzen wirken stimulierend auf den Dünndarm und regen die Darmbewegung (Peristaltik) an.

Abführmittel sollten in der vorgeschriebenen Dosierung und bei bestehenden Beschwerden eingenommen werden. Bei hartnäckiger lang anhaltender Verstopfung sollte der Rat einer medizinischen Fachperson hinzugezogen werden.

Tipps Darm-Fit-Programm

  • Der wichtigste Faktor bei der Ernährung ist die genügende Zufuhr von Nahrungsfasern (Ballaststoffe). Es handelt sich dabei um unverdauliche Nahrungsbestandteile, die bei genügender Flüssigkeitsaufnahme die Darmtätigkeit anregen und so zu einem geschmeidigen, voluminösen Stuhl verhelfen. Nahrungsfasern sind in pflanzlichen Nahrungsmitteln zu finden.
  • Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollten sie täglich zu sich nehmen. Am besten verteilt über den Tag und besonders zu den Mahlzeiten, damit die Nahrungsfasern genügend quellen können. Besonders geeignet sind Mineralwasser sowie ungesüsste Fruchtsäfte und Kräutertees.
  • Täglich für Bewegung sorgen. Es muss nicht gleich in Leistungssport ausarten, es gibt viele Möglichkeiten Bewegung in den Alltag zu integrieren. Fahrrad statt Auto, Treppe statt Aufzug oder den Bus eine Station früher verlassen sind einige Beispiele dazu.
  • Stress blockiert nicht nur die Gedanken, sondern auch den Darm. Entspannungsverfahren wie z.B. Yoga, Qigong oder einfache Atemübungen helfen dabei, Stresshormone zu reduzieren und den Darm zu entspannen.
  • Stuhldrang sollte keinesfalls unterdrückt werden. Es empfiehlt sich, immer zur gleichen Uhrzeit auf die Toilette zu gehen. So gewöhnt sich Ihre Verdauung an einen bestimmten Rhythmus.