Nachtkerzenöl
Nachtkerzenöl Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl enthält die ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Gamma-Linolensäure, die bei trockener Haut oder atopischer Dermatitis eingesetzt werden. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung von Nachtkerzenöl.

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl enthält die ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Gamma-Linolensäure, die bei trockener Haut oder atopischer Dermatitis eingesetzt werden. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung von Nachtkerzenöl.

Die Nachtkerze wächst hierzulande häufig an Wegrändern, in Gärten oder entlang von Bahngleisen. Ihre Samen liefern das Nachtkerzenöl. Dieses enthält grössere Mengen an den ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Das macht das Öl zu einer der wenigen Quellen dieser Fettsäuren. Bei Erkrankungen der Haut kann die Einnahme dieser Fettsäuren positive Effekte haben. Besonders bei atopischer Dermatitis werden Kapseln mit Nachtkerzenöl verwendet, um den Juckreiz zu lindern und die trockene Haut zu beruhigen. Hier erfahren Sie alles über die Heilpflanze, das aus ihren Samen gewonnene Öl und über die Wirkung von Nachtkerzenöl auf die Haut.

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) gehört zur Familie der Nachtkerzen (Oenothera). Sie wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Mit der Zeit wurde die Pflanze auch immer häufiger in Küchengärten angepflanzt. Alle ihre Teile sind essbar, von der Wurzel über die Blätter und Blüten bis zu den Samen. Die Nachtkerzenwurzeln- und blätter gehörten früher für viele Menschen zum Speiseplan. Ursprünglich ist die Pflanze jedoch in Nordamerika heimisch. Hierzulande stellt sie also eigentlich einen Neophyten da, also eine hier neu eingebürgerte, ursprünglich nicht heimische Pflanze. Sie kommt jedoch inzwischen so häufig vor, dass sie oft für eine einheimische Art gehalten wird.

Oenothera biennis wächst bevorzugt an einem sonnigen Standort auf trockenen, nährstoffarmen und kalkreichen Böden. Sie gehört deshalb zu den sogenannten Ruderalpflanzen, die auf Schotter, entlang von Eisenbahnlinien, an Schuttplätzen oder an Wegrändern gedeihen.

Die Gemeine Nachtkerze gehört zu den zweijährigen Pflanzen. Darauf weist auch der Artname „biennis“ hin (lateinisch für zweijährig). Im ersten Jahr bildet sie eine flache Blattrosette und treibt unterirdisch eine lange Pfahlwurzel bis zu 1,5 Meter tief in den Boden. Im zweiten Jahr wächst aus der Rosette ein Stängel mit bis zu 20 Zentimeter langen Blättern empor. Im zweiten Wachstumsjahr erreicht die Pflanze je nach Standort Höhen von einem bis zwei Metern.

Die Blütezeit reicht hierzulande von Anfang Juni bis September. Die Blüten sind leuchtend gelb und rund vier Zentimeter gross. Ihren Namen hat die Nachtkerze von den Blüten, die sich abends öffnen und Nachtfalter zur Bestäubung anziehen. Nach der Blüte bilden sich an der Pflanze zahlreiche Kapselfrüchte. Jede Kapsel enthält bis zu 200 kleine Samen, aus denen das medizinisch verwendete Nachtkerzenöl gewonnen wird.

Nachtkerzenöl enthält grosse Mengen an ungesättigten Fettsäuren. Diese spielen eine wichtige Rolle im Körper. Sie sind Bestandteile jeder einzelnen Zelle. Einige Fettsäuren wirken entzündungshemmend, andere sind Vorstufen von Hormonen oder sind wichtig für die Zellteilung. Darum benötigt jeder Mensch täglich essenzielle Fettsäuren. Diese kann der Körper nicht selbst bilden. Sie müssen von aussen zugeführt werden.

Der Grund für die Anwendung von Nachtkerzenöl Kapseln liegt in ihrem hohen Gehalt an einer ganz speziellen Fettsäure, der Gamma-Linolensäure (kurz: GLA). Sie gehört zu den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren und entfaltet in der Haut verschiedene positive Wirkungen. Im menschlichen Körper kann die Gamma-Linolensäure auch aus der essenziellen ungesättigten Fettsäure Linolsäure gebildet werden. Nachtkerzenöl enthält bis zu 75 Prozent Linolsäure und 12 Prozent GLA. Damit ist Nachtkerzenöl neben Borretschöl eine der wenigen Quellen für Gamma-Linolensäure. Neben den Omega-6-Fettsäuren enthält das Öl ausserdem Vitamin E, das eine antioxidative Wirkung hat und freie Radikale abfangen kann.

Nachtkerzenöl kann sowohl äusserlich als auch innerlich angewendet werden. Äusserlich wird es Kosmetika, Make-Up oder Cremes zugesetzt, die vor allem bei trockener Haut empfohlen werden. Innerlich wird das reine Öl in Form einer Kapsel eingenommen. Die Einnahme als Kapsel sollte über einen längeren Zeitraum täglich erfolgen, bis sich die Wirkung auf die Haut einstellt.

Eine besondere Rolle spielen diese Fettsäuren bei Erkrankungen wie der atopischen Dermatitis (Neurodermitis). Hier kann Linolsäure möglicherweise nur unzureichend in GLA umgewandelt werden. Forscher vermuten, dass dies einer der Gründe für die Beschwerden der atopischen Dermatitis sein könnten. Beschwerden wie trockene, juckende und schuppige Haut könnten durch den Mangel an Gamma-Linolensäure verursacht oder verstärkt werden.

Medizinisch konnte der Nutzen von Nachtkerzenöl Kapseln allerdings bislang noch nicht abschliessend belegt werden. Dennoch ist die Anwendung arzneilich anerkannt. Sie beruht vorwiegend auf den positiven Erfahrungsberichten von Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis. Nachtkerzenöl soll den Juckreiz lindern, die Haut geschmeidiger machen und Beschwerden durch zu trockene Haut lindern. Die Wirkung könnte darauf beruhen, dass die Haut bei einer ausreichenden Versorgung mit Gamma-Linolsäure mehr Feuchtigkeit speichern kann.

Beachten Sie bitte: Auch rein pflanzliche Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen haben. Achten Sie deshalb auf die Packungsbeilage und wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Arzt oder Apotheker.

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