Wechseljahre, Menopause und Wechseljahrbeschwerden

Während der Wechseljahre findet eine Umstellung des weiblichen Hormonhaushalts statt. In dieser Zeit wird die Produktion von Progesteron und Östrogen deutlich vermindert. Der Wechsel ist für gut zwei Drittel der Frauen mit Wechseljahresbeschwerden verbunden. Diese können in vielen Fällen mit natürlichen Mitteln behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Was sind Wechseljahre?

Was passiert während der Menopause?

Welche Symptome treten während der Wechseljahre auf?

Wer ist von Wechseljahrbeschwerden betroffen?

Wie werden Wechseljahrbeschwerden behandelt?

Selbsttest für die Wechseljahre

Tipps für die Wechseljahre

 

Was sind Wechseljahre?

Bei den Wechseljahren handelt es sich um eine Übergangsphase. In diesen Jahren erfolgt der Wechsel von der fruchtbaren in die unfruchtbare Phase. Sie stellen damit einen entscheidenden Wendepunkt im Leben einer Frau dar. Darauf nimmt auch die medizinische Bezeichnung Klimakterium Bezug. Der aus dem Lateinischen stammende Begriff lässt sich mit „kritische Epoche“ übersetzen. Auslöser ist die abnehmende Produktion der Hormone Progesteron und Östrogen. Der veränderte Hormonhaushalt macht sich bei circa zwei Dritteln der Frauen durch verschiedene Symptome bemerkbar, während das restliche Drittel nahezu keine Veränderungen erlebt.

 

Was passiert während der Menopause?

Das Klimakterium beendet die reproduktiven Jahre, die in der Pubertät mit dem Eintreten des Menstruationszyklus beginnen und mit der letzten Monatsblutung enden. Diese letzte Monatsblutung wird als Menopause (gr. men: Monat und pausis: Ende) bezeichnet und tritt im Durchschnitt in einem Alter von 52 Jahren auf. Sie lässt sich rückwirkend ermitteln, wenn die Monatsblutung etwa zwölf Monate ausgeblieben ist.

Beim Menstruationszyklus spielen die Hormone Östrogen und Progesteron eine wichtige Rolle. Östrogen fördert den Aufbau der neuen Gebärmutterschleimhaut, nachdem die alte mit der Monatsblutung ausgeschieden wurde. Seine Konzentration erreicht kurz vor dem Eisprung ein Maximum. Nach dem Eisprung wird Progesteron gebildet, das im Fall einer Befruchtung die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter fördert. Bleibt eine Befruchtung aus, sinkt die Progesteronkonzentration wieder und die Gebärmutterschleimhaut wird zu Beginn des nächsten Zyklus wieder abgestossen.

In den Wechseljahren reifen die Eizellen nur noch unregelmässig heran, bis die Eierstöcke gar keine mehr bilden. Im Weiteren kommt es zu Beginn des Klimakteriums zu einem starken Abfall des Progesteronspiegels. Der Östrogenspiegel sinkt nach der letzten Monatsblutung ebenfalls auf ein ähnliches Niveau. Die verschiedenen Stadien der Wechseljahre lassen sich in drei Phasen einteilen, die fliessend ineinander übergehen.

 

Prämenopause
Während der Prämenopause beginnt der Progesteronspiegel, zu sinken. In der Folge ändern sich die Menstruationszyklen. Sie treten unregelmässig auf oder bleiben aus.

 

Perimenopause
Als Perimenopause wird ein Zeitraum von zwei Jahren vor und nach der letzten Monatsblutung bezeichnet. Diese Phase ist durch eine abnehmende Produktion der Eierstöcke gekennzeichnet. Die Eisprünge werden seltener und bleiben schliesslich vollständig aus. Der Progesteronspiegel fällt weiterhin kontinuierlich ab. Nach der letzten Monatsblutung beginnt auch der Östrogenspiegel, deutlich zu sinken.

 

Postmenopause
In der Postmenopause nimmt die Produktion der Hormone weiterhin ab, bis sie mit gut 65 Jahren endgültig aussetzt.

 

Welche Symptome treten während der Wechseljahre / Menopause auf?

Es gibt zahlreiche Beschwerden, die mehr oder weniger typisch für die Wechseljahre sind. Sie werden als klimakterisches Symptom zusammengefasst und treten in unterschiedlicher Stärke und Bandbreite auf. Die Beschwerden lassen sich den Phasen der Wechseljahre zuordnen, wobei auch hier fliessende Übergänge herrschen.

Prämenopause
In der ersten Phase der Wechseljahre geht die Produktion des Hormons Progesteron aufgrund der unregelmässigen Eireifung und Ausbleiben
des Eisprungs zurück. Dies kann dazu führen, dass der Zyklus unregelmässig wird und verstärkte oder abgeschwächte Blutungen auftreten.

Perimenopause
In der Perimenopause kann die zunehmende Abnahme der Hormonkonzentrationen zu einer Vielzahl an Beschwerden führen, die unter Umständen die Gesundheit und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen können.

  • Hitzewallungen und Schweissausbrüche
    Tagsüber und in der Nacht kann es zu unkontrollierten Wärmeschüben kommen. Diese gehen meist mit Schweissausbrüchen, einer erhöhten Herzfrequenz und einer Rötung des Gesichts einher. Insbesondere nachts können sie in extremen Fällen das Durchschlafen verhindern.
  • Schlafstörungen
    Schlafstörungen mindern die Leistungskraft und stellen damit eine starke Beeinträchtigung dar. Sie können als Folge oder Begleiterscheinung von anderen Beschwerden wie Hitzewallungen, Depressionen oder Nervosität auftreten und diese verstärken.
  • Psyche
    Während der Wechseljahre kann auch das seelische Gleichgewicht leiden. Typische Merkmale sind unter anderem Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit und Nervosität. Im schlechtesten Fall kann sich eine Depression entwickeln. Hier ist unbedingt ein Arzt hinzuziehen.
  • Schwindelgefühle
    In bestimmten Situationen kann es, zum Teil ohne erkennbaren Auslöser, zum Auftreten von Schwindelgefühlen kommen. Dabei werden entweder an sich selbst oder der Umgebung Bewegungen wahrgenommen, die nicht existieren.
  • Herzklopfen
    Unvermittelte Beschleunigungen des Herzschlags können dazu führen, dass dieser bewusst wahrgenommen wird. Diese Palpitationen werden oft als unangenehm empfunden, sind aber grundsätzlich unproblematisch.
  • Libido
    Während der Wechseljahre kann hormonell bedingt das sexuelle Verlangen abklingen. Hinzu kommt, dass die Schleimhäute dünner und trockener werden. Als Folge wird der Sex als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden.
  • Weitere Beschwerden
    Zu den weiteren Beschwerden gehören unter anderem Blasenschwäche und Infektionen der Harnwege. Weiterhin kann es zum Ausfall der Kopfhaare und einem verstärkten Haarwuchs im Gesicht kommen. Es können Stoffwechselveränderungen auftreten mit Folgeerkrankungen wie Osteoporose (Knochenschwund). Häufig sinkt auch der Energiebedarf, sodass es ohne eine Umstellung der Ernährung zu einer Gewichtszunahme kommen kann.

Postmenopause
Während der Postmenopause, die sich über einen Zeitraum von 6 – 8 Jahren erstreckt, gehen die meisten der Beschwerden wieder komplett zurück. Allerdings kann eine während der Wechseljahre aufgetretene Osteoporose weiter fortschreiten.

Nutzen Sie unseren Wechseljahre Selbsttest und erhalten Sie Auskunft wie stark Sie von Wechseljahrbeschwerden betroffen sind.

 

Wer ist von Wechseljahrbeschwerden betroffen?

Durchschnittlich ist für zwei Drittel der Frauen das Klimakterium mit Beschwerden verbunden. Diese machen sich verstärkt meist während der Perimenopause bemerkbar und klingen während der Postmenopause wieder ab. Die Perimenopause beginnt circa zwei Jahre vor und endet zwei Jahre nach der Menopause. Meist erfolgt die Menopause in einem Alter zwischen 45 und 55 Jahren – im Schnitt von 52 Jahren. Als frühe Menopausen werden solche bezeichnet, die zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr auftreten. Vorzeitige Menopausen liegen zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr. Sie können durch Rauchen und Untergewicht begünstigt werden, während regelmässiger Alkoholkonsum das Eintreten der letzten Monatsblutung verzögert.

 

Wie werden Wechseljahrbeschwerden behandelt?

Es steht heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten bei Wechseljahrbeschwerden zur Verfügung.

Neben der Hormontherapie gibt es pflanzliche Alternativen wie die Traubensilberkerze, Rotklee oder Soja. Auch Mönchspfeffer kann zu Beginn der Wechseljahre, in welchen Zyklusstörungen auftreten können, eine Behandlungsmöglichkeit bieten.

Traubensilberkerze

Pflanzliche Arzneimittel aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) werden seit langem in den Wechseljahren angewendet. Ihren Namen verdankt die nordamerikanische Heilpflanze der Tatsache, dass sie während der Blütezeit an eine Kerze erinnert.

Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche oder Stimmungsschwankungen können damit zuverlässig gelindert werden. Die Therapie mit der Traubensilberkerze eignet sich vor allem bei leichten bis mittelschweren Beschwerden und ist eine wirksame Alternative zur menopausalen Hormontherapie.

Heute steht mit cimifemin® neo ein Traubensilberkerzen-Präparat zur Verfügung, dessen Wirksamkeit durch klinische Studien mehrfach belegt werden konnte.

Mönchspfeffer

Mönchspfeffer (Vitex agnus Castus) wirkt regulierend auf den Hormonhaushalt und kann Zyklusschwankungen ausgleichen. Er kommt vor allem in der Prämenopause zum Einsatz, falls die Monatszyklen unregelmässig auftreten. Er mildert Beschwerden der Wechseljahre vor der Menstruation und wirkt ausgleichend auf den Zyklus.

Präparate aus Mönchspfeffer wie z.B. prefemin® erhalten Sie in Ihrer Apotheke oder Drogerie.

Soja und Rotklee

Produkte aus Soja und Rotklee sind in der Schweiz nicht als Arzneimittel registriert, sondern als Nahrungsergänzungen erhältlich. In Prospekten und Vorträgen werden diese Nahrungsergänzungen oft als wirksame, natürlichere Alternativen zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden angeboten. Die in beiden Pflanzen vorkommenden Isoflavone wirken östrogenartig. Die

Wirksamkeit bei Wechseljahrbeschwerden ist bisher klinisch nicht eindeutig nachgewiesen. Der Einsatz von Phytoöstrogenen bei Brustkrebspatientinnen wird kontrovers diskutiert und als riskant eingestuft, da in Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass Phytoöstrogene das Zellwachstum fördern können.

Hormontherapie

Bei einer Hormontherapie werden dem Körper zusätzlich Hormone zugeführt, um die verminderte körpereigene Hormonproduktion auszugleichen.

Die Hauptvorteile einer Hormontherapie liegen in einer schnellen Wirkung auf die unangenehmen Symptome von Wechseljahrbeschwerden. Eine grossangelegte US-amerikanische Frauengesundheitsstudie (Women’s Health Initiative) hat jedoch gezeigt, dass sich durch eine Hormontherapie das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, leicht erhöht.

Die Schweizerische Menopausen-Gesellschaft empfiehlt deshalb, dass jede Hormontherapie eine genaue individuelle Nutzen-/Risiko-Abschätzung durch den Arzt benötigt und die Therapie jedes Jahr neu abgestimmt werden muss, da sich die Hormonspiegel relativ schnell verändern können. Aktuell gilt für die Wechseljahre, dass eine Hormontherapie vor allem bei starken Beschwerden mit heftigem Absinken des Hormonspiegels angezeigt ist.

 

Selbsttest für die Wechseljahre

Um festzustellen, ob Ihre Symptome auf Wechseljahre zurückzuführen sind, kann Ihnen unser Selbsttest helfen, Klarheit zu schaffen.

Nehmen Sie sich 2 Minuten Zeit und beantworten Sie die Fragen in unserem Selbsttest zu möglichen Symptomen sowie deren Stärke.

Zum Selbsttest Wechseljahre

 

Tipps für die Wechseljahre

Die hormonellen Umstellungen sind fester Bestandteil des natürlichen Alterungsprozesses und lassen sich nicht umgehen. Es gibt aber diverse Möglichkeiten, den Auswirkungen vorzubeugen oder sie zu reduzieren. Dies lässt sich vor allem durch Achtsamkeit gegenüber den Bedürfnissen des Körpers erreichen.

 

Eine Vitamin-D-reiche und calciumhaltige Ernährung erhöht das allgemeine Wohlbefinden und vermindert das Auftreten einer Osteoporose. Beim Auftreten von Hitzewallungen sollten zudem heisse und scharfe Speisen gemieden werden.

 

Die Aufnahme von mindestens zwei bis drei Litern Flüssigkeit täglich, hilft dabei ein Austrocknen der Haut zu vermeiden. Diese sollte zusätzlich mit auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmten Cremes versorgt werden.

 

Sportliche Betätigung regt durch die Beanspruchung die Neubildung der Knochenmasse an und wirkt sich positiv auf die Knochen aus. Zum anderen erhöht Sport den Energiebedarf, wodurch einer Gewichtszunahme entgegengewirkt wird.

 

Entspannungsübungen wie Yoga, Atemtherapie oder Muskelentspannung nach Jacobsen helfen dabei, Energie aufzubauen. Zusätzlich sollten soweit möglich Stress auslösende Situationen gemieden werden. So lässt sich unter anderem das Risiko für das Auftreten von Schlafstörungen oder Reizbarkeit minimieren.

 

Spaziergänge an der frischen Luft und in einer angenehmen Umgebung runden eine gesunde Lebensweise auf einfache Weise ab. Dabei werden sowohl die Stimmung angehoben als auch die Abwehrkräfte gestärkt.