Verstimmungszustände und Stimmungsschwankungen

Lang anhaltende Belastungssituationen äussern sich vielmals zuerst in Stimmungsschwankungen.

Belastungssituationen und Stimmungsschwankungen

Unser Leben wird immer schneller, hektischer und anstrengender. Steigende Anforderungen im Beruf, Streit in der Familie/Partnerschaft oder der Verlust eines geliebten Menschen führen zu Belastungsproben.

In der Schweiz leidet ca. jede 6. Person an einer psychischen Störung

Viele dieser Situationen haben einen negativen Einfluss auf unser Wohlbefinden oder unsere Leistungsfähigkeit. Die Psyche wird verletzlicher und man kann weiteren Belastungen noch weniger standhalten – es kommt zur Überlastung. Lang anhaltende Belastungssituationen äussern sich vielmals zuerst in Stimmungsschwankungen. Es ist wichtig, dass man die Signale des Körpers beachtet und zeitig versucht, Ursachen der Belastung und der Stimmungsschwankungen zu ergründen.

Körperliche Überbelastung

Viele Belastungssituationen können einen negativen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit haben. Gründe von solchen Belastungssituationen liegen oft in Veränderungen im Privat- oder Berufsleben. Man fühlt sich müde, matt und angespannt. Auch Erschöpfung, Antriebslosigkeit sowie Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit können ein Zeichen für eine Überbelastung sein. Die Psyche wird empfindsamer und verletzlicher und Sie können den Belastungen noch weniger entgegensetzen.

Psychische Überbelastung

Wenn sich die körperlichen und seelischen Belastungen verstärken, können zusätzlich auch psychische Symptome zu den körperlichen Symptomen hinzukommen. Man fühlt sich dann z.B. innerlich unruhig, traurig oder leer, ängstlich und unkonzentriert. Die Lebensfreude und das Interesse sonst geschätzter Tätigkeiten schwinden und man leidet unter Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Auch kann es vorkommen, dass weniger oder keine Lust mehr auf sexuelle Aktivitäten verspürt wird oder man sich wertlos fühlt und von Schuldgefühlen geplagt wird.

Stimmungsschwankungen und Depressionen

Lang anhaltende Belastungssituationen äussern sich vielmals zuerst in Stimmungsschwankungen. Stimmungsschwankungen können sich, sofern unbehandelt, schleichend zur leichten oder mittelschweren Depression entwickeln. Es wird unterschieden zwischen leichten, mittleren und schweren Depressionen, welche bei den Betroffenen unterschiedliche Symptome aufweisen können.

Stimmungsschwankungen und Burnout

Das Ignorieren der körperlichen, seelischen und psychischen Beschwerden wie Stress, Überbelastung, Überforderung und Stimmungsschwankungen, kann im schlimmsten Fall bis zum Burnout-Syndrom führen. Burnout ist keine klare medizinische Diagnose. Es handelt sich beim Burnout um ein arbeitsbezogenes Erschöpfungssyndrom, das sich in vielen verschiedenen Symptomen – psychisch und körperlich – äussern kann. Es ist ratsam sich frühzeitig durch eine Fachperson in der Apotheke oder Drogerie beraten zu lassen.  

Pflanzliche Stärkungsmittel bei Stimmungsschwankungen

Johanniskraut gilt schon lange als „Stärkungsmittel für die Seele“. Bereits im Mittelalter wurde es gegen „Melancholie“ verwendet. In den 1970er Jahren konnte die Schulmedizin die stimmungsaufhellende Wirkung in medizinischen Studien beweisen. Die Pflanze des Lichtes, wie Johanniskraut auch genannt wird, zeigt eine beruhigende und ausgleichende Wirkung bei: gedrückter Stimmung, Stimmungslabilität, innerer Unruhe, Ängstlichkeit, Spannungszuständen und Stimmungsschwankungen.   Rosenwurz ist in den skandinavischen Gebieten schon seit langer Zeit bekannt. Die goldene Wurzel, wie der Rosenwurz auch genannt wird, wird traditionell für den Stressabbau und bei Überarbeitung verwendet. Zudem wird Rosenwurz eingesetzt bei Müdigkeit, Erschöpfung, Anspannung und Reizbarkeit.

Melisse, Passionsblume, Hopfen und Baldrian sind Pflanzen welche eine beruhigende und entspannende Wirkung aufweisen. Sie werden bei Beschwerden wie Nervosität, Spannungs- und Unruhezustände sowie auch Prüfungsangst empfohlen. Baldrian und Hopfen sind zudem bewährte Heilpflanzen bei Ein- und Durchschlafstörungen.

Tonika und Stärkungsmittel

Ginsengextrakte aus der Ginsengwurzel sind allgemeine Stärkungsmittel, welche bei Müdigkeits- und Schwächegefühle sowie bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit verwendet werden können.  

Chemische Arzneimittel gegen Depressionen

Chemische Antidepressiva werden bei Depressionen aber auch bei Panikstörungen, Angststörungen sowie Phobien und Zwangsstörungen eingesetzt. Zur Gruppe der Antidepressiva gehören unter anderem die Tricyclischen Antidepressiva, die Tetracyclischen Antidepressiva und die SSRI sowie die SSNRI. Tricyclische Antidepressiva haben eine beruhigende und antriebssteigernde sowie stimmungsaufhellende Wirkung. Tetracyclische Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend und beruhigend. Als SSRI werden die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-hemmer bezeichnet. Sie wirken antidepressiv durch die Hemmung der Wiederaufnahme von körpereigenem Serotonin. SSNRI sind selektive Serotonin-Noradrenalin- Wiederaufnahmehemmer. Sie wirken antidepressiv durch die Regulierung der Wiederaufnahme von körpereigenem Serotonin und Noradrenalin.

Stärkungsmittel für den Körper

Unser Körper benötigt zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe um leistungsfähig zu sein. Eine ausgewogene Ernährung und die Aufnahme von Vitaminen sind in hektischen Zeiten umso wichtiger. In Apotheken und Drogerien findet man ein breites Angebot an Vitamin- und Mineralstoffpräparaten. Wichtig dabei ist eine gute Beratung durch eine Fachperson.  

 

Im Allgemeinen gilt, wenn sich nach vier Wochen keine wesentliche Besserung der psychischen Belastungssymptome einstellt, ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen.

Tipps für den Alltag

Entspannungsmethoden für Geist und Seele: In unserer hektischen Welt ist „Entschleunigung“ das Zauberwort, mit dem Sie versuchen können, neben oder anstelle medikamentöser Hilfe Ihre Balance schnell wieder zu erlangen:  

  • Muskelentspannung nach Jacobson: Dabei werden die einzelnen Muskelpartien des Körpers in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt. Die Spannung wird einige Sekunden gehalten und anschliessend wieder gelöst.
  • Autogenes Training: Die Ruhe entsteht hier durch die Muskelentspannung und die dem Gehirn mitgeteilte Meldung „in der Peripherie herrscht Ruhe“. Es ist eine Art Selbsthypnose, in der Sie sich durch Autosuggestion in einen umgeschalteten ruhigen Zustand versetzten.
  • Yoga: Bestimmte in Achtsamkeit praktizierte Körperstellungen und Atemübungen bewirken die Entspannungsreaktion.
  • Qigong und Tai Chi: Grundsätzlich werden hier gezielte Bewegung und Meditation kombiniert. Dese beiden Techniken dienen vorranging der langsamen, meditativen Übung harmonisch fliessender Bewegungen.