Brennnessel
Brennnessel Brennnessel

Brennnessel

Die Brennnessel wird oft unterschätzt. Sie bietet Nahrung für Schmetterlingsraupen, dient als Wildgemüse und kann bei Männern mit Prostatabeschwerden das Wasserlassen erleichtern.

Brennnessel

Die Brennnessel wird oft unterschätzt. Sie bietet Nahrung für Schmetterlingsraupen, dient als Wildgemüse und kann bei Männern mit Prostatabeschwerden das Wasserlassen erleichtern.

Die Brennnessel (alte Schreibweise: Brennessel) kennen viele Menschen als ungeliebtes Unkraut. Fast jeder von uns machte mit ihren schmerzenden Brennhaaren schon Bekanntschaft. Doch die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) ist viel mehr als ein Unkraut. Sie bietet Nahrung für Raupen seltener Falter, kann in der Küche verwendet werden und wird als Heilpflanze genutzt. Lesen Sie hier mehr über die Brennnessel und ihre Wirkung gegen Leiden der Blase und Prostata.

Die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) gehört zur Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Sie kommt fast durchgehend auf der gesamten Nordhalbkugel vor: in Europa, Asien, Kanada, den USA und Teilen Mittelamerikas. Ausgenommen sind arktische und tropische Regionen.

Sie wächst überall dort, wo reichlich Stickstoff im Boden enthalten ist. Deshalb gilt sie auch als Anzeiger für nährstoffreiche Böden. Man findet sie am Waldsaum, an Strassenrändern und auch häufig in Gärten. In Zier- und Nutzgärten wird sie oft wenig geschätzt, da sie bei Berührung brennt und sich über Ausläufer rasch verbreiten kann. Manche Gartenbesitzer lassen jedoch bewusst an einigen Stellen Brennnesseln stehen, damit diese Insekten als Futter dienen können oder damit die Blätter als Spinat oder Salat zubereitet werden können.

So gut wie jeder kennt die Brennessel. Es handelt sich um eine krautige, mehrjährige Pflanze. Die grosse Brennnessel (Urtica dioica) kann bei nährstoffreichem Boden und guter Lage über drei Meter hoch werden. Meist wächst sie jedoch nur zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind auffallend gesägt und können bis zu 20 Zentimeter lang werden. Stängel und Blätter haben eine Besonderheit, die der Pflanze ihren Namen gab: Dort findet man die berüchtigten kieselsäurehaltigen Brennhaare. Die Blütezeit reicht von Ende Juni bis Oktober. Die Grosse Brennnessel ist zweihäusig. Das bedeutet, dass es weibliche und männliche Pflanzen gibt. Die unscheinbaren Blütenrispen beider Geschlechter ähneln sich. Die männlichen Blüten sind eher gelblich und stehen waagerecht von der Pflanze ab, während weibliche Pflanzen hängende, weissliche Rispen aufweisen.

Mit ihren Brennhaaren schützt sich die Brennnessel vor Fressfeinden. Diese spezialisierten Haare sind röhrenförmig, spröde und haben eine Sollbruchstelle. Bei Kontakt mit dem Brennhaar bricht dieses ab und hinterlässt eine scharfe Bruchstelle, die unter dem Mikroskop der Spitze einer medizinischen Kanüle ähnelt. Diese durchdringt die Haut und spritzt ihre Brennflüssigkeit in die Wunde. Diese enthält unter anderem Säuren und Histamin. Dadurch kommt es zu Brennen, Jucken und der Bildung von Quaddeln auf der menschlichen Haut.

Dennoch wird die Brennnessel von Tieren und Menschen genutzt. Verschiedene Raupen ernähren sich von ihr. Schmetterlinge wie Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind sogar ausschliesslich auf die Grosse Brennnessel als Futterpflanze angewiesen. Doch auch für uns Menschen stellt die Brennnessel eine gesunde Erweiterung des Speiseplans dar. Trocknet oder dünstet man die Blätter, oder bearbeitet man die frischen Blättchen durch Rollen mit einem Nudelholz, brennen sie nicht mehr. Die Pflanze wird gekocht als Brennnesselspinat, roh im Salat oder als Brennnesselsuppe zubereitet. Die Samen gelten wegen des Gehalts an Vitaminen sogar als Superfood.

Im Garten, vor allem in Naturgärten, kennt man die Nesseln als nützliches Stärkungsmittel und Dünger für Pflanzen. Gepflückte Brennnesselpflanzen lässt man in Wasser einige Tage zu einer Jauche ziehen und giesst damit Gemüse und andere Nutzpflanzen. Die enthaltene Kieselsäure schützt vor Schädlingsbefall und kräftigt die Pflanzen. Vielerorts werden Brennnesseln auch in grossen Mengen angebaut: Aus ihren Samen kann Öl gewonnen werden. Die Kosmetikindustrie nutzt sie als Zugabe zu Shampoo und Haarwasser, um die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen.

Medizinisch werden sowohl die Wurzel als auch die oberirdischen Teile verwendet. Für Brennnesseltee, Extrakte und Heilmittel nutzt man Brennnesselblätter (Urticae folium), Kraut (Urticae herba) oder Brennnesselwurzel (Urticae radix). In den Blättern findet man Flavonoide wie Rutin, verschiedene organische Säuren, Phytohormone, Vitamine (zum Beispiel Vitamin C), Kalium, Eisen und ätherische Öle. Die Flavonoide haben eine leicht harntreibende Wirkung. Deshalb wird Brennnesseltee zum Beispiel bei einer beginnenden Blasenentzündung eingesetzt werden.

Die Brennnesselwurzeln haben eine andere Wirkung. Studien zeigen, dass Extrakte aus den Wurzeln bei Männern mit einer gutartigen Vergrösserung der Prostata das Wasserlassen erleichtern können. Für diese Wirkung ist vermutlich der Gehalt an Phytohormonen entscheidend.

Bei der Anwendung der Brennnessel als Heilpflanze gibt es zwei wichtige Einsatzgebiete: Die Brennnesselblätter werden bei Blasenbeschwerden eingesetzt, während die Wurzeln der Pflanze bei gutartigen Vergrösserungen der Prostata das Wasserlassen erleichtern.

Zudem wird die Pflanze innerlich und auch äusserlich bei rheumatischen Erkrankungen angewendet. Traditionell und in der Alternativmedizin wird sie noch für weitere Anwendungen in und am Körper eingesetzt, deren Wirkung jedoch in Studien nicht klar belegt.

Aufgrund der kürzeren Harnröhre, durch die Erreger leichter aufsteigen können, sind Frauen häufiger als Männer von Blasenentzündungen betroffen. Ein Brennnesseltee aus frischen oder getrockneten Blättern wird schon seit langer Zeit vorbeugend bei einer beginnenden Blasenentzündung eingesetzt. Inzwischen ist wissenschaftlich belegt, dass die Inhaltsstoffe der Heilpflanze harntreibend und vermutlich auch entzündungshemmend wirken. Als Brennnesseltee oder Extrakt können die Blätter der Heilpflanze bei frühzeitiger Anwendung deshalb eine Blasenentzündung verhindern oder lindern wirken.

Bei Männern steigt mit zunehmendem Lebensalter häufig der Umfang der Prostata (Vorsteherdrüse). Dehnt sich die Prostata aus, kann sie die Harnröhre einengen. Dadurch entstehen Probleme beim Wasserlassen. Der Harnstrahl wird schwächer oder „tröpfelt“. Manchmal haben Betroffene auch das Gefühl, dass die Blase nach dem Wasserlassen nicht ganz leer ist. Dazu kommen oft Reizungen der Blase mit häufigem, oft auch nächtlichem Harndrang.

In solchen Fällen können pflanzliche Arzneimittel mit Extrakten aus der Brennnesselwurzel helfen und das Wasserlassen erleichtern. Und das ohne Nebenwirkungen im Hinblick auf die Sexualität. Besonders bewährt hat sich dabei Prostatonin® mit einer Kombination aus der Wurzel der Grossen Brennnessel (Urtica dioica) mit einem Extrakt aus dem Afrikanischen Zwetschgenbaum (Pygeum africanum).

 

Beachten Sie bitte: Auch pflanzliche Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen haben. Achten Sie deshalb auf die Packungsbeilage und wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Arzt oder Apotheker.

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